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  Speiseöle   Wissen   Dreier-Regel 

Im Kampf gegen vermeidbare Herz-Kreislauf-Störungen spielt neben dem Rauch-Verzicht und zu steigernder körperlicher Aktivität vor allem die Ernährung die entscheidende Rolle. Dabei geht es in erster Linie um eine Senkung der Blutfett-Konzentration. Der Risikofaktor „erhöhtes Cholesterin“ ist häufig auf diesen Ernährungsfehler zurückzuführen. Die Überlastung des Blutes mit Cholesterin resultiert vorrangig nicht aus Nahrungsmitteln, die selbst besonders cholesterinreich sind, sondern aus dem reichlichen Verzehr von Fett und Fleisch, aus denen der menschliche Stoffwechsel Cholesterin und die verschiedenen Cholesterin-Fraktionen aufbaut. Lediglich 30% (bes-ser nur 25%) der täglich aufgenommenen Energiemenge (Kalorien) sollten aus Fett stammen; tatsächlich sind es jedoch ca. 40%. Überschüssiges Nahrungsfett wird in Körperfett umgewandelt und als Depotfett vorzugsweise im Unterhaut-Fettgewebe gespeichert.  

Die Dreier-Regel besagt nach übereinstimmender Empfehlung der Ernährungswissenschaftler, dass die Menge des Nahrungsfettes nicht nur zu reduzieren ist, sondern zu je einem Drittel aus gesättigten, einfach ungesättigten und mehrfach ungesättigten Fettsäuren bestehen sollte.  
Aus den Daten der „Nationalen Verzehrsstudie“ ergibt sich folgende Verteilung der Fettsäuren auf die durchschnittliche Gesamtfettzufuhr:  
46% gesättigt, 38% einfach ungesättigte und 16% mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Anstatt wünschenswerter Verteilung von jeweils 33%

Diese Abweichung vom Soll macht deutlich, worauf es bei der Fettmodifizierung, also der Änderung der Fettzusammensetzung ankommt; die gesättigten Fettsäuren, besonders in tierischen Nahrungsmitteln enthalten, sind stark einzuschränken. Die einfach ungesättigten Fettsäuren, reichlich z.B. im Olivenöl enthalten, sind ausreichend an der Fettzufuhr beteiligt. Hier ist allenfalls eine geringe Reduktion von 38% auf 33% zu empfehlen.

Woran es in der Normalkost erheblich mangelt, sind die mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Ihr Anteil muss von 16% auf 33% nahezu verdoppelt werden. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren sind reichlich enthalten in pflanzlichen Ölen (ausser Kokos- und Palmkernfett, Oliven- und Palmöl) und in den aus ihnen hergestellten Margarinesorten. Die Dreier-Regel wird ergänzt durch die Empfehlung, mit der täglichen Nahrung höchstens 300mg Cholesterin und mindestens 35g Ballaststoffe aufzunehmen.
  
Um einen Cholesterin senkenden Effekt zu erreichen, ist es erforderlich, den Anteil mehrfach ungesättigter Fettsäuren in der Nahrung höher zu gestalten als den der gesättigten Fettsäuren. Dieses Ziel kann - ebenso wie eine aus-geglichene Fettsäuren-Bilanz - nur erreicht werden, wenn der Verbrauch an unsichtbarem, überwiegend tierischem Fett eingeschränkt wird und beim sichtbaren Fett verstärkt linolsäurereiche Pflanzenöle und daraus hergestellte Produkte wie beispielsweise Diätmargarine verwendet werden.

Fettreduktion und Fettmodifikation sind nicht gegeneinander austauschbar, sie müssen zusammenwirken. Lediglich weniger Fett zu verzehren, kann die in der Dreier-Regel empfohlene ausgeglichene Bilanz von gesättigten, einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren nicht herbeiführen. Im Gegenteil: Das Missverhältnis zwischen gesättigten und mehrfach ungesättigten Fettsäuren würde eher noch schlechter, da bei alleiniger Fettreduktion, erfahrungsgemäss, zunächst nur der Verbrauch des sichtbaren Fettes eingeschränkt wird, während die eigentliche Gefahr eher vom unsichtbaren Fett ausgeht, welches überwiegend tierischen Ursprungs ist.



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